So

11

Okt

2009

Xewton Music Studio für iPhone/iPod touch

Es gab schon viele Versuche, ein wirklich mobiles Musikstudio zu entwicklen. Sowohl eigene Hardware als auch Software für diverse mobile Geräte wie Pocket PCs, Smartphones und Spielekonsolen (Nintendo DS) wurde schon zu diesem Zweck entwickelt. Viele Versuche blieben nur Versuche, denn Sie waren eigentlich nicht universell benutzbar, die Bedienung umständlich und langsam, der Klang schlecht und das Timing mies. Für den iPod touch und das iPhone schickt sich das Xewton Music Studio an, es besser zu machen.

Zunächst fällt der wirklich "professionell" wirkende Preis von knapp 15 EUR auf. Für iPhone-Verhältnisse ist das schon recht viel und die Erwartungen groß.

 

Nach dem Start werden diese Erwartungen nicht enttäuscht. Gleich 7 Sektionen weist das Programm auf, die man am oberen Rand wechseln kann. Die erste stellt ein On-Screen-Keyboard dar, mit dem man Instrumente live spielen und auch sofort aufnehmen kann.

 

In der zweiten Sektion lassen sich die Instrumente auswählen. Davon gibt es insgesamt 21, was nicht gerade überragend ist, aber für einfach instrumentierte Songs erstmal ausreichend sein sollte. Die klassischen akustischen Instrumente sind dabei in der Überzahl. Es gibt genau 3 Synthesizer-Klänge (Synth Fat Lead, Synth Bass und Dream Pad). Leider lassen sich die Klänge auch nicht besonders gut editieren. Außer Attack und Release lässt sich nichts einstellen. Der Klang der Instrumente ist für iPod-Verhältnisse schon sehr gut. Natürlich kein Vergleich mit guten Bibliotheken für Profi-Software wie NI Kontakt auf PC und Mac.

 

Mit die wichtigste Sektion ist "Tracks". Hier lassen sich Songs aus Spuren zusammenbasteln. Der Aufbau ist ähnlich wie bei Cubase, natürlich mit wesentlich weniger Möglichkeiten. Man kann aber einzelne Noten editieren, sowohl auch ganze Segmente aus Tracks ausschneiden, verschieben und kopieren. Zum Glück gibt es zudem eine äußerst nützliche Quantisierungsfunktion.

 

Weiter zur Effekte-Sektion, die 4 Effekte bietet: Reverb, Delay, EQ, Amplifier (Röhrenverstärker-Simulation). Die Qualität der Effekte ist nicht gerade eine Offenbarung, aber wie ein Gerät wie das iPhone schon ganz ok. Am besten Sie schalten erst einmal alle Effekte ab und aktivieren diese gezielt nur, wenn es wirklich einen klanglichen Vorteil bietet.

 

Die Sektion "Projects" erlaubt das Laden, Speichern und Neuerstellen von Songs, während "Setup" einige Einstellungen wie Auto-scroll, Latency, etc. zur Verfügung stellt.

 

Schließlich findet sich ganz links noch ein Hilfe-Bereich, der online funktioniert und erste Schritte sowie fortgeschrittene Techniken erklärt.

 

Die Bedienung von Xewton ist relativ anschaulich, könnte meiner Meinung nach aber an der ein oder anderen Stelle noch verbessert werden. Einige kleinere Fehler warten auch noch auf ihre Ausbesserung. Auf meiner Wunschliste stehen mehr Instrumente mit mehr Editiermöglichkeiten, verbesserte Bedienung, mehr Demo-Projekte und bessere Hilfe. Aber trotzdem noch einiges zu verbessern ist, stellt Xewton schon eins der besten Musikstudios auf dem iPhone dar. Freunde von elektronischen Klängen werden aber definitiv mit der jetzigen Version noch nicht glücklich, weil die Instrumente größtenteils akustisch sind.

 

Der relativ hohe Preis des Programms ist wohl gerechtfertigt, natürlich noch mehr wenn (hoffentlich) bald Updates mit weiteren Instrumenten/Funktionen folgen.

 

Als Alternative für das mobile Musikstudio habe ich mir iSequence heruntergeladen. Dazu aber später mehr in einem anderen Post.

Trackback-Url für diesen Artikel


Trackbacks / Pingbacks: 0

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

  • loading