Di
24
Nov
2009
Auf der PDC (Professional Developers Conference) stellt Microsoft immer interessante Neuigkeiten für Software-Entwickler vor. Auch wenn das direkt nichts mit Multimediaanwendungen zu tun hat, möchte ich es doch hier erwähnen. Denn es zeichnet sich ein weiteres Mal ab, dass die Anwendungen der Zukunft anders sein werden, als wir das bisher gewohnt sind.
Google setzt ganz auf Web-Applikationen. Dies wurde jetzt noch einmal deutlich, als kürzlich die erste OpenSource-Version von Chrome-OS veröffentlich wurde. Ein ganzes Betriebssystem, das um einen Browser (Chrome) herum aufbaut wurde. Applikationen unter Chrome OS laufen im Web-Browser.
Microsoft geht in die gleiche Richtung (ähnlich wie Amazon), bleibt aber mit seiner Cloud (einer flexiblen "Wolke" von über's Internet vernetzten Rechnern) etwas flexibler. Windows Azure soll als Betriebssystem für die Cloud die einfache Installation und den Betrieb von verteilten, flexible skalierbaren Internet-Applikationen zu ermöglichen.
Mit Silverlight 4 bietet Microsoft aber nun die Möglichkeit, Applikationen, die im Browser laufen, auch auf dem Desktop laufen zu lassen. Damit lassen sich im Zusammenhang mit der Cloud Desktopapplikationen entwickeln, die extrem einfach zu installieren sind und immer in Kontakt mit Diensten im Internet stehen können.
Die Doppel-Strategie für Desktop- und Web-Applikationen mag nicht so sehr verwundern, da das Betriebssytem Windows traditionell eher für Desktop-Applikationen ausgelegt ist. Der Internet Explorer - Microsofts Browser - war bisher eigentlich immer das Schlusslicht bei Geschwindigkeit und Standardkonformität (, durch die Marktmacht von Windows ist er allerdings trotzdem noch der verbreiteste). Schlechte Voraussetzungen also für ein webzentriertes System. Die Verbesserung des Internet Explorers ist aber eins von Microsofts zentralen Zielen für die Zukunft.
Die Zukunft gehört also, wenn es nach Microsoft geht, den Web-Enabled-Applikationen, seien sie nun reine Browser- oder Desktop-Applikationen mit Internet-Anbindung. Wir können uns also schon darauf einstellen, dass unsere Daten und ein großer Teil der Programmlogik bald in der Cloud liegt. Das hat sicherlich viele Vorteile wie universelle Verfügbarkeit der Daten und Robustheit. Multimedia-Applikationen wie Fotobearbeitung, Videoschnitt und Musikstudio werden wohl zunächst zumindest teilweise noch Desktop-Applikationen bleiben.
Bleibt die Frage, ob Sie Ihre Daten gerne in der Cloud bei Microsoft, Google oder Amazon speichern möchten. Aber vielleicht sollte man sich darüber gar nicht so viele Gedanken machen, denn irgendwann hat man praktisch keine Wahl mehr, wenn man noch am Internet teilhaben möchte.