DigiTutorials

Do

20

Mai

2010

Wolkenspeicher

Immer mehr Dateien quetschen sich auf meine Festplatte. Seitdem ich eine digitale Spiegelreflexkamera und einen HD-Camcorder mein Eigen nenne, wird nicht nur der freie Festplattenplatz etwas knapp. Auch die Angst, dass bei einem Crash die geliebten Fotos und Videos futsch sind, begleitet mich beim Scan meiner umfangreichen Sammlung.

Als vernunftbegabter Mensch weiß ich natürlich um die Wichtigkeit von regelmäßigen Backups. Da wäre zum einen das zusätzliche Speichern auf einer externen Festplatte. Die Daten sind relativ schnell drauf kopiert und man kann sie auch schnell wieder von dort bekommen (vorausgesetzt man findet die Festplatte). Aber richtig sicher ist das natürlich noch nicht, denn auch eine externe Festplatte kann kaputt gehen. Und wenn es zur Katastrophe kommt und ein Feuer die Wohnung samt Inhalt verwüstet? Oder doch zufällig Laptop-Festplatte und externe gleichzeitig kaputt gehen?

 

Warum nicht das Problem an einen Dritten abschieben? Mittlerweile gibt es eine Menge Anbieter von Online-Speicher (auch Cloud-Speicher neuerdings genannt), die versprechen, die Daten sicher vor Verlust aufzubewahren. Hier sollen ein paar von Ihnen kurz vorgestellt werden.

 

Sky Drive von Microsoft

Ganze 25 GB bekommt man völlig umsonst von Microsoft, wenn man sich einen Windows-Live-Account zulegt. Dann kann über eine Weboberfläche Dateien hochladen. Leider gibt es eine Beschränkung von 50 MB pro Datei, was bei Videos schnell überschritten wird. Bei Fotos, selbst im Raw-Format, dürfte es allerdings wenig Probleme geben.

Das Hochladen über die Weboberfläche ist etwas mühselig. Mein Tipp: Benutzen Sie den Internet Explorer dafür, dann können Sie auch per Drag and Drop und/oder Mehrfachauswahl-Dialog Dateien hinzufügen.

Noch besser geht es mit speziellen Programmen, die den Online-Speicher als Laufwerk einbinden. Gladinet ist ein solches und sogar in einer kostenlosen Version erhältlich (die einige Beschränkungen hat). Es kann auch mit anderen Online-Speicher als SkyDrive umgehen, u.a. mit den anderen hier vorgestellten Anbietern (außer Dropbox).

 

 

Google Docs

Wenn man einen Google Mail Account hat, bekommt man standardmäßig 8 GB Speicher dazu. Picasa Web spendiert einem dann nochmals 1 GB. Wem das nicht reicht, der kann sich Speicher dazukaufen. Im Moment kostet dies 5$ pro Jahr, wenn man 20 GB haben möchte und 20$ in Jahr für 80 GB. 

 

Der Komfort über die Weboberfläche hält sich auch hier in Grenzen, besser fährt man auch hier wieder mit einem Programm wie Gladinet.

 

Amazon S3

Der Online-Speicher von Amazon heißt S3 (für Simple Storage Service) und wird pro GB pro Monat abgerechnet. Transferkosten kommen auch noch hinzu, dürften sich aber für den Normalbenutzer in Cent-Bereichen bewegen. 15 US-Dollar-Cent zahlt man für jedes GB, das man belegt pro Monat. Das macht bei 20 GB dann 3 Dollar im Monat also 36 Dollar im Jahr. Das ist etwas teurer als bei MS und Google. Der Zugriff erfolgt über diverse Client-Programme, u.a. wieder Gladinet oder JungleDisk, es gibt aber auch freie Clients.

 

DropBox

Windows, Mac, Linux, Handy oder über's Web. Auf all diesen Plattformen soll man auf seine Daten mit Dropbox zugreifen können. 2 GB sind frei, darüber hinaus wird's allerdings teuer. 50 GB kosten 9 $ im Monat. Dafür bekommt man auch ein Client-Programm, das sich unter Windows in den Explorer einklinkt und den Online-Speicher als speziellen Ordner einbindet.

 

Welchen Speicher Sie auch wählen, bedenken Sie, dass der Upload von GB an Daten mit den üblichen DSL-Leitungen recht lange dauern kann, da diese meist asymmetrische Geschwindigkeiten bieten (Download ist wesentlich schneller als Upload). Dafür brauchen Sie keine Angst mehr haben, dass Ihr Hund die Festplatte auffrisst, denn Ihre Daten sind weit weit weg im Internet. Manche haben dafür ein etwas mulmiges Gefühl, Daten auf fremden Servern abzulegen. Wer hier auf Nummer sicher gehen möchte, sollte geheime Daten nur verschlüsselt dort ablegen. Bei den Fotos vom letzten Urlaub ist das vielleicht noch nicht nötig, aber der Businessplan Ihres zukünftigen Erfolgsunternehmens macht sich dort besser in mathematisch geprüfter Sicherheit, sprich stark verschlüsselt. 

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