Hardware
So viel ist klar: Um mit dem Computer Musik zu machen (oder ihn zum Homerecording, als Effektgerät, usw. zu verwenden), empfiehlt es sich zunächst einmal einen Computer (PC) zu besitzen :-)
Allgemein kann man sagen, dass Audioanwendungen aufwändigere (und damit teurere) Hardware erfordern als reine Midi-Anwendungen. (Wer mit den Begriffen nichts anfangen kann, schaut am besten mal unter
Einführung nach.)
Folgende Themen werden im Folgenden behandelt:
Prozessor
Speicher
Festplatte
Backup-Medien
Soundkarte/Audioadapter
Laptops
Sampler
Synthesizer
Expander/Sample-ROM-Player
(Master-)Keyboards
Der Prozessor
Je nach Anwendungszweck liegt man da in der Regel mit einem aktuellen oder sogar etwas älteren System richtig. Es gibt jedoch einige Unterschiede, die man beachten sollte. Man sollte möglichst Intel Pentium IV oder AMD Athlon Prozessoren verwenden, wenn der Geldbeutel schmal ist tut's auch ein AMD Sempron oder Intel Celeron. Keinesfalls sollte man auf absolute Billigprozessoren setzen, die nur für Office-Anwendungen geeignet sind. Die wären höchsten ok, wenn nur mit Midi, also ohne Audio-Effekte oder Software-Synths gearbeitet wird. In Hinsicht auf zukünftige Entwicklungen sollte es aber generell schon ein etwas schnelleres System sein. Ob der aktuelle PC noch gut genug, ist findet man am besten durch Ausprobieren heraus. Dazu sollte man die zahlreich vorhandenen Demo-Versionen professioneller Software bemühen, die man meistens auf der Homepage des Herstellers findet. Damit lässt sich schnell testen, ob der eigene Computer den Geist aufgibt oder noch mithalten kann.
Zum Thema 64-Bit Prozessoren möchte ich hier eine kurze Anmerkung machen. Wer sich von der Benutzung eines solchen Prozessors einen Geschwindigkeitsvorteil verspricht, wird (momentan) enttäuscht werden, jedenfalls bis nicht speziell für 64 Bit entwickelte Betriebssysteme und Anwendungen verfügbar sind. Selbst dann sind aber auch keine Wunder zu erwarten. Der offensichtlichste Vorteil ist momentan, dass man Hauptspeichergrößen von 4 GB und mehr verwenden kann. Das liegt daran, dass man mit 64 Bits Adressen über 4 GB ansprechen kann, was mit 32 Bit nicht gelingt (2^32 Bytes = 4294967296 Bytes = 4 GB). Andere Vorteile sind ohne optimierte Software erstmal nicht zu erwarten.
Anders sieht es mit Dual Core Prozessoren aus (Pentium D bzw. Athlon Dual Core), die zwei unabhängige Prozessorkerne vereinen. Dies kann ähnlich wie Hyperthreading zu Leistungszuwächsen führen, wenn mehrere Prozesse (Programme) oder Threads (unabhängige Abläufe innerhalb eines Programms) zum Einsatz kommen. Da es hierbei jedoch anders als Hyperthreading wirklich um zwei physikalisch vorhandene unabhängige Recheneinheiten geht, kann der Zuwachs der Leistung im günstigstens Fall tatsächlich 100% betragen.
Der Speicher
Was den Speicher angeht, so gilt auch hier die gleiche Regel wie bei anderen Anwendungen: Je mehr, desto besser. Absolutes Minimum ist allein in Hinblick auf Windows XP 256 MB. Zum Glück sind die Speicherpreise nicht mehr auf dem schwindelerregenden Stand wie vor ein paar Jahren. Wenn man Software wie Kontakt oder andere Software-Sampler verwendet, muss es mindestens 512 MB, besser aber noch 1024 MB sein. Je größer der Speicherausbau, desto weniger muss auf die Festplatte als sehr langsamer Hauptspeicherersatz zurückgegriffen werden (das sogenannte Paging, das vom Betriebssystem durchgeführt wird). Dies kann die Gesamtleistung des Systems enorm beeinflussen.
Die Festplatte
Bei Festplatten kommt es bei reinen Midi-Anwendungen weder auf die Größe, noch auf die Geschwindigkeit an. Hier reichen die handelsüblichen Modelle völlig aus. Sollte man auch mit HD-Recording arbeiten wollen, also Audioaufnahmen vornehmen (z.B. E-Gitarre, Gesang, etc.), so sollte man hier Größen ab 40-100 GB in Betracht ziehen. Audiodateien belegen in der Regel enormen Speicherplatz auf der Platte. Auch für Software-Sampler sollte es schon etwas mehr sein, wenn man nicht seine Samples ständig auf CD/DVD auslagern will. Da es aktuell sowieso keine Festplatten mehr mit weniger als 40 GB gibt, kann man eigentlich gar nichts falsch machen, wenn man ein neues System kauft. Allerdings sollte man beachten, dass man evtl. auch andere Daten auf der Festplatte speichern will (Videos, Mp3s, Fotos) und deshalb auch entsprechend mehr Speicher braucht. Momentan sollte deshalb bei Desktop-PCs eine 100 GB Festplatte schon drin sein, bei Laptops würde ich 40 - 60 GB als Minimum ansetzen.
Der Geschwindigkeitsfaktor der Festplatte teilt sich auf in Zugriffszeit und Datendurchsatz.
Die Zugriffszeit sollte unter 11ms liegen, einen Grenzwert für den Datendurchsatz anzugeben ist schwierig, da hier sehr viele verschiedene Meßverfahren verwendet werden.
In der Regel werden auch hier handelsübliche Festplatten ausreichen, vor allen Dingen, wenn die Zahl der Audiospuren (also der gleichzeitig abspielbaren Audiofiles) unter 8 liegt. Ein bisschen höhere
Ansprüche haben Programme wie GigaStudio und Kontakt (Softwaresampler), die direkt von der Festplatte Samples abspielen. Hierfür kann man auch gezielt etwas schnellere Festplatten auswählen
(Zugriffszeiten < 10ms).
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Backup-Medien
Wenn man mit großer Hingabe und viel Mühe einen Song fertig gestellt hat, möchte man ungern die ganzen Daten (Audioaufnahmen, Songdateien, MIDI-Sequenzen, etc.) aufgrund eines Headcrashs
(unangenehmer Zwischenfall auf der Festplatte, bei dem der Schreib-/Lesekopf in Kontakt mit der Plattenoberfläche kommt und die Daten damit meist unwiderruflich verloren sind) oder anderer Unfälle
verlieren, deswegen empfiehlt es sich des öfteren die kostbaren Daten vor derartigen Unglücken in Sicherheit zu bringen.
Dafür gibt es nun mehrere Möglichkeiten. Da wäre das gute alte Bandlaufwerk, auch Streamer genannt. Unterschiede gibt es in der Kapazität der Laufwerke. Die kleinsten können 250 Mb auf ein Band
packen. Das gelingt jedoch nur mit Hilfe von Komprimierung, unter Umständen erreicht man nur eine Kapazität von 120 Mb. Die Komprimierungsrate hängt von der Struktur der Daten ab. Sind z.B. viele
"stumme" Stellen vorhanden (, d.h. Abschnitte, die keine richtigen Daten enthalten, sondern nur eine Folge von Nullen), kann eine relativ hohe Komprimierungsrate erreicht werden. Für Audio-Backups
ist so ein kleines Laufwerk nicht geeignet. Es gibt Laufwerke, die wesentlich höhere Kapazitäten bieten (z.B. 800 Mb komprimiert).
Leider haben auch die größeren Laufwerke einen entscheidenden Nachteil, sie sind langsam. Der Datendurchsatz ist so hoch wie bei einem Diskettenlaufwerk, da bei den meisten Laufwerken der gleiche
Controller benutzt wird. Mainboards, die onboard einen Diskettenlaufwerkcontroller haben, der Medien mit 2,88 Mb lesen/schreiben kann (sieht man im BIOS an der Option 2,88 Mb), sind aber heutzutage
weit verbreitet, daher verdoppelt sich dann der Datendurchsatz.
Wer ungeduldig ist kann sich nach anderen Angeboten umsehen. Da wäre z.B. das ZIP-Laufwerk, das eine wesentlich höhere Geschwindigkeit als eine normale Diskette aufweisen kann. Außerdem ist es leicht
transportabel (jedenfalls bei der externen Version). Nachteile sind die geringe Kapazität (100 MB pro Medium) und der recht hohe Preis (ca. 10 Euro pro Diskette). Professionelle Backup-Systeme
basieren meist auf DAT-Laufwerken (DAT-Streamern) und sind allerdings kaum erschwinglich für Amateure.
Schließlich gibt es aber noch die derzeit für Amateure und Semiprofis wohl beste Möglichkeit einer preiswerten und relativ schnellen Archivierung, nämlich das Brennen auf CD/DVD. Die Medien (also
die CDs und DVDs) sind mittlerweile so günstig geworden, dass man ohne Bedenken mal einen 50er Pack kaufen kann, ohne direkt Angst um das Monatsbudget haben zu müssen. Besonders empfiehlt sich dabei
die DVD, da sie mit einer Kapazität von ca. 5 GB gegenüber der CD (ca. 700 MB) klar die Nase vorn hat. Es gibt sie in verschiedenen Spielarten als DVD-R, DVD+R, DVD-RW und DVD+RW, wobei die beiden
letzteren wiederbeschreibbare Medien sind, die sich auch wieder löschen lassen. Schließlich gibt es auch noch die DVD-RAM, die aber mittlerweile eher ein Außenseiterdasein fristet.
Welcher DVD-Typ nun Verwendung findet, ist eigentlich gar nicht so relevant. Man sollte allerdings bedenken, dass wichtige Daten wohl besser auf einem einmal beschreibbaren Medium (DVD-R, DVD+R,
CD-R) aufgehoben sind, da sie dort erstens nicht versehentlich überschrieben werden können und zweitens auch nicht die Gefahr besteht, dass es nach hunderten von Schreibzugriffen mal zu einem Defekt
des Mediums kommt. Noch ein Tipp: Damit man eine gewisse Sicherheit hat, dass die Daten auch wirklich lesbar auf dem Medium landen, ist es ratsam, im Brennprogramm die Option "Daten verifizieren"
o.ä. anzuwählen. Dabei werden die Daten nach dem Schreiben auf das Medium wieder gelesen und mit den Ursprungsdaten verglichen. Dies ist deshalb eine ganz gute Idee, weil es immer mal vorkommen kann,
dass ein DVD/CD-Brenner nicht vernünftig auf ein bestimmtes Medium schreiben kann. Dann ist es besser man merkt es sofort, als erst zu dem Zeitpunkt, zu dem man die Daten dann wirklich braucht.
Da 5 GB in Anbetracht des heutigen Datenaufkommens gar nicht mehr als so viel erscheint, wird man immer öfter genötigt, zwei oder drei DVDs für ein Backup zu verwenden. Wem das zu aufwändig ist und zu langsam, kann auch eine externe Festplatte in Betracht ziehen. Das Sichern der Daten wird damit zum einfachen Kopieren und vollzieht sich relativ fix auch im Hintergrund. Allzu sicher sollte man sich mit seinen Daten allerdings nicht fühlen, denn schließlich ist auch die externe Festplatte nur eine Festplatte, die empfindlich auf Stöße, Magnetismus und Schmutz reagiert. Deshalb muss eine zusätzliche Sicherung auf CD/DVD auf jeden Fall durchgeführt werden, dies kann man dann allerdings in größeren Abständen vollziehen.
Soundkarte/Audioadapter
Wozu braucht man denn überhaupt einen Audioadapter? Es hört sich vielleicht trivial an, aber tatsächlich wird man es ohne dieses Stück Hardware kaum schaffen, dem Computer irgendeine Art von Tönen zu entlocken, die über ein schlichtes Piepen hinausgehen. Oftmals weiss ein Computerbenutzer gar nicht, dass so etwas im Computer vorhanden ist. Es manifestiert sich am offensichtlichsten durch die entsprechenden Anschlüsse an der Rückseite (manchmal auch an der Vorderseite) des PCs.
Der ersten Spielart dieses Hardwaretyps begegnet man normalerweise, wenn man sich einen handelsüblichen PC oder auch ein Laptop kauft. Dabei wird der Klang durch einen Chip erzeugt, der sich
direkt auf dem Mainboard des Computer befindet. Leider muss man sagen, dass diese Lösung, obwohl sie natürlich preisgünstig und einfach ist (, denn sie ist ja bereits vorhanden), nicht ganz optimal
ist. Die Qualität, mit der die Audiosignale verarbeitet werden, ist größtenteils nicht besonders gut, den Treibern mangelt es an wichtigen Optionen und an niedriger Latenz. Trotzdem kann es für
manche eine befriedigende (temporäre) Möglichkeit sein, sich erstmals mit dem Thema Musik und Computer auseinander zu setzen. Denn es durchaus möglich, auch mit diesen Billigchips voll in das Thema
einzusteigen. Verzichtet werden muss dann allerdings auf Highend-Klang, niedrige Latenzen und komplexere Routingmöglichkeiten. Dies wird erst mit etwas teureren Audioschnittstellen möglich. Diese
gibt es sowohl als interne Lösung (PCI-Steckkarte) als auch vermehrt als externe Boxen (mittels USB bzw. Firewire). Die Auswahl ist dabei mittlerweile relativ groß und man findet auch schon für etwas
über 100 Euro gute Qualität. Ich persönlich bevorzuge dabei die externe Lösung, da man diese ohne viel Probleme auch für das Laptop oder einen anderen Computer verwenden kann.
Die Austattung der Audioschnittstelle ist für den Einsteiger zunächst einmal sekundär, neben einem analogen Audio-In und Audio-Out, sollte die Schnittstelle auch über digitale Aus- und Eingänge
verfügen. Dabei sollte man darauf achten, was die eigene vorhandene Ausrüstung schon unterstützt. Hat man z.B. einen CD-Spieler, der optische SP-DIF Ausgänge verwendet, wäre es günstig, wenn die
Audioschnittstelle auch diese als Eingang unterstützt. Umgekehrt ist es bei einem Verstärker mit koaxialen SP-DIF Eingängen das beste, wenn die Audioschnittstelle auch Audio-Ausgänge in diesem Format
besitzt.
Ich verwende zur Zeit eine externe USB-Audioschnittstelle von M-Audio mit dem Namen Transit. Neben dem günstigen Preis überzeugte mich der gute Klang und die niedrige Latenz der Treiber. Ist gibt aber sicherlich viele andere gute Produkte, eine Übersicht und Tests sollte man in Fachzeitschriften wie Keys, Keyboards und PC & Musik finden.
Laptops
Wen die Gebundenheit an den heimischen Schreibtisch stört, greift zum Laptop/Notebook. Was früher nur für Geschäftleute und vielleicht Informatik-Studenten interessant war, kommt immer mehr in
Mode. Viele besitzen schon gar keinen klobigen Desktop-PC mehr, sondern sind nur mit Laptop zufrieden und glücklich. Aber kann man denn damit auch Musik machen?
Einfach Antwort: Warum nicht? Moderne Laptops sind meist leistungsfähig genug und verfügen über die richtigen Schnittstellen, um sie passend für die Musikproduktion zu erweitern. Aufpassen muss man
bei den Faktoren Leistung und Geräuschentwicklung. Wer es ernst meint, tut sich keinen Gefallen damit, wenn er ein Laptop mit billigem Mobilprozessor oder gar einem Desktopprozessor kauft. Damit
nähert sich die Geräuschkulisse des Lüfter bald den Dimensionen eines Föns, die Temperatur des Gehäuses erreicht toasterähnliche Ausmaße und nach 1 Stunde muss das gute Stück schon wieder an der
Steckdose wiederbelebt werden.
Wesentlich entspannter arbeitet es sich mit den aktuellen Mobilprozessoren von Intel (Pentium M) und AMD (Mobile Athlon). Zugegeben, die kosten etwas mehr, aber schonen auch die Nerven. Was außerdem
noch wichtig ist, ist ein gutes Display mit hoher Auflösung, gutem Kontrast und Helligkeit. Die Anzahl der USB-Anschlüsse sollte schon >= 2 sein, da man nicht viele Alternativen hat ein Notebook
aufzurüsten. Eine interne Erweiterung bechränkt sich auf das Hinzufügen von Speichermodulen und vielleicht noch das Einsetzen einer neuen Festplatte. Alles andere muss über USB, Firewire und PCMCIA
erfolgen, wobei es schon mal ein bisschen knapp werden kann mit den Anschlüssen, da die meisten Geräte immer noch für USB ausgelegt sind.
Sampler
Ein Sampler ist im Prinzip ein spezialisierter Computer, der Audiodaten in verschiedenen Tonhöhen, abhängig von eingehenden MIDI-Signale, abspielen kann. Die Audiodaten können dabei direkt mit dem Sampler aufgenommen werden, z.B. Klaviertöne im Oktavabstand. Die Wiedergabe dieser Töne erfolgt dann, wenn der Sampler am MIDI-Eingang die entsprechende Nachricht empfängt. Dabei müssen nicht alle Töne wirklich gesampelt werden, fehlende Töne werden vom Sampler transponiert und so zur Verfügung gestellt.
Früher gab es keine Alternative zum Hardware-Sampler. Dieser spezialisierte Computer war ein Muss für alle, die sich auch nur ein bisschen ernsthafter mit Sampling auseinander setzen wollten und mehr als nur Spielereien vor hatten. Im Laufe der Zeit verlagerte sich das Sampling aber immer mehr in den Computer und heute muss man sagen, dass sich die wenigstens einen richtigen Hardware-Sampler noch kaufen. Die Vorteile der Software-Versionen sind zu zahlreich und stehen den wenigen Nachteilen übermächtig gegenüber. Einzig im Live-Einsatz können sich die Hardware-Sampler noch behaupten, da hier Robustheit und schneller garantierter Zugriff wichtig sind. Für alle anderen Einsatzzwecke bieten die Hardware-Boliden generell eigentliche keine großen Vorteile mehr. Allerdings gibt es einige spezialisierte Geräte, die duraus noch sinnvoll eingesetzt werden können. Nicht für jeden ist schließlich der Griff zur Maus das einzig Wahre ...
Wer sich für einen echten Hardware-Sampler entscheidet, sollte auf den maximalen und den wirklichen Speicherausbau achten. 256 MB sollten es doch schon sein, um keine großen Abstriche machen zu müssen. Dies gilt selbst dann, wenn man nur Loops (kurze Audiofragmente) verwendet. Da Speicher nun wirklich nicht mehr die Welt kostet, sollte dies auch bei jedem Sampler möglich sein. Weiterhin ist natürlich wichtig, wie man mit der Bedienweise des Geräts zurecht kommt, denn was nützen die tollsten Funktionen, wenn man sie nicht oder nur sehr kompliziert erreichen kann. Wichtig ist ferner, dass man den Sampler mit einem PC - am besten über eine USB-Schnittstelle - verbinden kann. Dies ist vor allem für die Datensicherung und das Einbinden in das vielleicht ansonsten virtuelle Studio notwendig.
Synthesizer
Synthesizer erzeugen Klänge aufgrund von eingebauten Algorithmen (im digitalen Fall) oder analogen Oszilatoren, Filtern usw. Der Benutzer kann intensiv Einfluß auf die Parameter und damit auf die Klänge selbst nehmen. Was wichtige Merkmale angeht, kann man sich an den Kriterien orientieren, die beim Sampler genannt wurden. Der Speicherausbau spielt hier allerdings nicht immer so eine entscheidene Rolle, da nicht immer Sanples verwendet werden. Vielmehr ist es bei Synthesizern wichtig, ob man den Klang wirklich mag bzw. verwenden kann und mit der Bedienung zurecht kommt. Dabei hilft eigentlich nur ausprobieren, von einem Blindkauf, der nur auf Informationen von Dritten beruht, ist also eher abzuraten.
Expander/Sample-ROM-Player
Diese Geräte sind im Prinzip Sampler, ohne die Möglichkeit, neue Klänge zu erstellen. Vielmehr ist man auf die im ROM installierten Sounds angewiesen, kann diese jedoch meist mit diversen
Einstellungen und Effekten verändern und anpassen. Um mit einem Gerät möglichst sofort loslegen zu können, sollte es schon ein Teil mit vielen Stimmen (>= 32) und einer möglichst breiten
Soundauswahl (> 500) sein. Je nach Stilrichtung gibt es da unterschiedliche Möglichkeiten. Freunde der elektronischen Tanzmusik (Dance) finden z.B. in der sogenannten Groovebox MC909 von Roland
einen fähigen Partner, der einen Sequenzer, Sampling-Möglichkeiten und über 800 Sounds an Bord hat und somit auch völlig eigenständig ohne Computer genutzt werden kann. Andere Geräte dieser Sparte
sind z.B. das Yamaha RS7000 Music Production Studio oder die Roland D2 Groovebox, die auch einen Sequenzer an Board haben.
Wer einen anderen Musikgeschmack hat und etwas weniger speziell bleiben möchte, greift etwa zum Roland XV-5050 (wie ich), Roland XV-5080, Korg Triton (Rack) oder Yamaha Motif (Rack). Alle diese
Geräte bieten eine Fülle von erstklassigen Sounds, Effekten und Einstellmöglichkeiten, so dass der Klangvorrat zunächst nicht zu knapp wird. Sollte dies doch der Fall sein, lassen sich diese Geräte
auch mit Steckkarten erweitern.
(Master-)Keyboards
Ein Keyboard ist natürlich wichtig, besonders für Leute, die immer noch so altmodisch sind und die Stücke selbst einspielen wollen (wie ich). Wer ein richtiges Klaviergefühl haben will, sollte zu einem Keyboard greifen, das 88 Tasten, Anschlagdynamik (wichtig), gewichtete Tasten (nicht schlecht) und Hammermechanik (für echte Pianisten) hat. Außerdem sollte man die wichtigsten (wenn nicht gar alle) MIDI-Befehle damit ansteuern können. Wer nicht so der Held beim Tastendrücken ist und es auch nie lernen will, kommt mit einem "billigen" MIDI-Keyboard für 200-400 Euro aus. Schön wären mehr als 49 (auf jeden Fall normal große) Tasten. Wer auch unterwegs kreativ sein möchte hat auch die Möglichkeit kleinere Keyboards zu erstehen. Diese bieten eine normale Tastengröße aber eine kleinere Anzahl. Klavierpartituren lassen sich damit natürlich nicht einspielen, da das aber viele sowieso nicht können/wollen, ist das aber oft zu verschmerzen.
Wer noch Fragen hat, sieht unter Begriffe nach oder schreibt mir eine EMail