Software
Betriebssystem
Sequenzer
Klangerzeuger
Betriebssystem
Für die meisten ist am Anfang interessant, welches Equipment man unbedingt braucht, um mit der Musik anfangen zu können. Essenziell ist natürlich ein Computer, wobei es im Prinzip ein PC mit Windows oder auch ein Mac sein kann. Da ich mich mit letzterem (noch) nicht so gut auskenne, werde ich mich im folgenden nur mit der PC-Plattform beschäftigen. Sobald ich einen Mac mein Eigen nennen kann, werde ich aber wahrscheinlich auch darüber etwas schreiben.
Die Frage nach dem Betriebssystem stellt sich eigentlich außerhalb der Windows-Familie nicht. Linux kommt zur Zeit nicht in Frage, da es noch kaum ernsthafte Musikanwendungen gibt und die
Treiberunterstützung der Soundkarten noch nicht ausreichend ist. Das kann sich in Zukunft natürlich noch ändern, aber da muss noch eine Menge passieren. Andere Betriebssysteme mit einer breiten
Softwarebasis sind nicht in Sicht (außer MacOS natürlich).
Daher heisst die Wahl für den heimischen Musik-PC Windows 2000/XP und in Zukunft wohl das neue Windows Vista. Ob es die Home- oder Professional-Variante oder sogar die Media Center Edition von XP
ist, spielt für Musikanwendungen keine Rolle. Von Windows XP 64 sollte man noch die Finger lassen, bis es dafür stabile Treiber und optimierte Anwendungen gibt. Ein großer Geschwindigkeitsvorteil ist
davon im Moment sowieso noch nicht zu erwarten. Einzig der große mögliche Speicherausbau von mehr als 4 GB dürfte momentan ein Vorteil sein. Dafür muss aber auch die Hardware, sprich das Mainboard,
mitspielen. Wie fast immer bei neuen Entwicklungen ist es erst einmal besser, abzuwarten und zu beobachten.
Sequenzer
Der Sequenzer ist üblicherweise das Kernstück des virtuellen Studios. Im Extremfall benötigt man außer diesem Programm keine andere Software, da alle notwendigen Klangquellen, Effekte, Mischpulte,
etc. schon enthalten sind. Die beiden verbreitetsten Vertreter dieser Gattung sind Cubase SX von Steinberg und Logic von Emagic. Leider hat Emagic seit der Übernahme durch Apple die Weiterentwicklung
der PC-Version eingestellt. Diese meiner Meinung nach unverständliche Entscheidung lässt diesen Sequenzer für PC-Besitzer weitaus weniger attraktiv erscheinen, man will ja schließlich nicht von allen
Neuerungen ausgeschlossen werden. Dadurch kommt aber auch ein anderer Sequenzer wieder ins Spiel, Sonar von Cakewalk, der durchaus auch mit Cubase und Logic mithalten kann. Zum Glück gibt es
Demo-Programme, mit denen man sich selbst ein Bild machen kann. Persönlich komme ich sehr gut mit Cubase klar, auch wenn ich die neue SX-Version noch nicht getestet habe, scheint mir das, was ich
davon schon gesehen habe, absolut überzeugend zu sein. Wer nicht ganz so viel Geld hat und auf wenige professionelle Merkmale verzichten kann, kann auch zur günstigeren SL-Version greifen.
Eine Alternative zu den ausgewachsenen Sequenzern gibt es in Form von virtuellen Kompaktstudios. Allen voran zu nennen ist dabei Reason von Propellerheads, das ein virtuelles Studio mit zahlreichen
Klangerzeugern, Effekten und Tools bietet. Andere Vertreter sind FL Studio und Project 5. Auch hier empfiehlt sich das Installieren der Demo-Versionen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, welches am
besten den eigenen Bedürfnissen entgegen kommt.
Klangerzeuger
Im Bereich Software-Klangerzeuger gibt es mittlerweile eine unüberschaubare Fülle an Möglichkeiten. Anfangen möchte ich mit den zur Zeit erhältlichen Software-Samplern, die naturgemäß eine sehr
breite Klangpalette haben. Da es mittlerweile diverse Konvertierungsmöglichkeiten zwischen den Formaten gibt, treten andere Qualitäten als das Vorhandensein einer möglichst großen Klangbibliothekin
den Vordergrund. Wichtig ist vor allem die einfache Bedienung und die Möglichkeit schnell und unkompliziert Programme zu erstellen, Änderungen vorzunehmen und Klänge zu importieren. Auch die
Integration in den Squenzer ist ein wichtiges Kriterium, da auch hiervon stark der Bedienkomfort abhängt.
Die 4 großen Software-Sampler sind meiner Meinung nach zur Zeit: Halion von Steinberg ( www.steinberg.de), EXS24 von Emagic ( www.emagic.de), Kontakt von Native Instruments (www.nativeinstruments.de ) und GigaStudio
von Tascam (www.tascam.de). Mittlerweile lassen sich alle Sampler auch als VST-Instrument nutzen, d.h. direkt in einen Sequenzer integrieren. Die
Bedienqualität ist bei allen vergleichbar und muss von jedem selbst beurteilt werden, da man es überall mit etwas anderen Bedienkonzepten zu tun hat. Auch die Performance ist vergleichbar und sollte
bei einem modernen Computersystem eine Stimmenanzahl über 64 erreichen können. Letztendlich dürfte es also eine Geschmacksfrage sein, für welchen Sampler man sich entscheidet. Eine nicht unwichtige
Rolle dürfte hierbei auch der Preis und die mitgelieferten Sounds spielen.
Außerhalb der Welt der Software-Sampler gibt es eine noch größere Vielfalt von virtuellen Instrumenten. Sie ist so groß, dass ich hier nur ein paar wichtige nennen kann. Da wäre zunächst der FM7
von Native-Instruments ( www.nativeinstruments.de ), der die altbekannte FM-Synthese wieder auferstehen läßt. Wer weiteren
Melancholiebedarf decken will, ist beim M-Tron (www.gmedia.com) richtig aufgehoben, er simuliert den Klang eines Mellotrons. Reaktor (auch
von Native Instruments) ermöglicht es, selbst virtuelle Instrumente zu erstellen und wird mit einer Vielzahl von vorgefertigten Instrumenten geliefert. Reality von Seer Music (www.seermusic.com) schließlich beherrscht eine Vielzahl von unterschiedlichen Klangsynthesen, darunter Physical Modeling und virtuell analoge
Synthese.
Wer sich hauptsächlich auf das Mixen von vorhandenen Soundschnipsel konzentriert, sollte sich das Programm Ableton Live (www.ableton.de) mal
ansehen. Als sogenannter Audiosequenzer erlaubt es diese Software Soundfiles beliebig zu arrangieren, während der Song abgespielt wird. Dabei werden die unterschiedlichen Tempi der Samples
automatisch richtig angepasst. Im gleichen Metier bewegt sich Acid von Sonic Foundry (www.sonicfoundry.com/).
Die meisten Programme gibt es auch als Demo-Versionen (siehe jeweilige Homepage), so dass man sich vor dem Kauf ein genaues Bild von den Fähigkeiten der Software machen kann. Dies sollte man auch auf jeden Fall tun, denn letztlich kommt es darauf an, dass das gewählte Programm auch mit der eigenen Hardware (sprich dem PC und der Soundkarte) zusammenarbeitet und den eigenen Soundvorstellungen entspricht.
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